Forschung

Aus Small World

Wechseln zu: Navigation, Suche

Inhaltsverzeichnis

Gedächtniskonsolidierung während des Schlafs

Zahlreiche Studien zeigen, dass der Schlaf eine wichtige Funktion bei der Konsolidierung von deklarativen und prozeduralen Gedächtnisinhalten spielt. Für den Sport wesentlich erscheint, dass vor allem der REM-Schlaf bei der Festigung von motorisch gelernten Fertigkeiten (z.B. Spiegelzeichnen, sequenzielle Fingerbewegungen) beteiligt ist. In den verschiedenen Schlaflaborstudien werden unterschiedliche Paradigmen eingesetzt, um den Zusammenhang ziwschen REM-Schlaf und Gedächtniskonsolidierung zu untersuchen: (1) Einfluss des REM-Schlaf nach einer Lerneinheit, z.B. (REM-)Schlafdeprivation, (2) Vergleich von Zeitintervallen mit Schlaf und Wachperioden, z.B. später vs. früher Schlaf, (3) Korrelation von REM-Schlafparametern mit der Lernleistung und (4) Veränderungen des REM-Schlafs nach dem Lernen einer Aufgabe. In mehrer Schlaflaborstudien wurden diese Paradigmen angewendet. (vgl. Erlacher & Schredl, eingereicht)

Schlaf vor sportlichen Wettkämpfen

Viele Studien zeigen, dass Stress sich negativ auf den Schlaf auswirkt. Auch im Bereich Sport liegt eine Vielzahl von anekdotischen Belegen dafür vor, dass Sportler/innen vor einem wichtigen Wettkampf schlechter schlafen. Bisher liegen jedoch kaum systematische Studien dazu vor und es stellen sich einige Fragen zu dem Thema:

  • Wie häufig schlafen Sportler/innen schlechter vor einem Wettkampf. Dabei interessiert die Prävalenz und die Frequenz, d.h. zum einen wie viele Personen mindestens einmal schlechter vor einem sportlichen Wettkampf geschlafen haben und zum anderen wie häufig Sportler schlechteren Schlaf vor einem Wettkampf erleben.
  • Welche endogenen und exogenen Einflussfaktoren wirken auf einen schlechteren Schlaf vor einem sportlichen Wettkampf (z.B. Wettkampfangst, etc.)?
  • Wie äußert sich der schlechtere Schlaf vor einem sportlichen Wettkampf (z.B. verlängerte Einschlaflatenz, etc.)?
  • Wirkt sich der schlechtere Schlaf auf die sportliche Leistung im Wettkampf aus?
  • Welche Maßnahmen können getroffen werden, um den Schlaf vor einem sportlichen Wettkampf positiv zu gestalten?

Motorik in REM-Träumen

Eine bislang wenig verbreitete kognitive Trainingsform für den Sport ist das Training im luziden Traum. Unter einem luziden Traum bzw. Klartraum versteht man, dass sich der Träumende während des Traums bewusst ist, dass er träumt. Dieser Zustand ermöglicht es dem Träumenden, das Traumgeschehen willentlich zu steuern. Einem luziden Träumer ist es demnach möglich, im Traum sportliche Bewegungen auszuführen und zu trainieren. Das Training im luziden Traum stellt in keiner Weise eine tradierte sportliche Trainingsmethode dar. Dies ist auch nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass das Phänomen luzider Traum an sich relativ unbekannt ist. Prinzipiell ist das Training im luziden Traum jedoch vergleichbar mit dem mentalen Training, das in der Sportpraxis häufig Einsatz findet. Im Gegensatz zum mentalen Training, das im Wachen durchgeführt wird, findet das Training im luziden Traum während des Schlafs statt. Es existieren verschiedene anekdotische Beispiele (z.B. Tholey, 1981) dafür, dass ein Training im luziden Traum zu Verbesserungen im Wachzustand führen. Es scheint demnach, dass luzide Träume für das sportliche Training genutzt werden können. (vgl. Erlacher, 2006)

Besserer Schlaf durch sportliche Aktivität

Ein jeder von uns – mehr oder weniger – hat schon persönliche Erfahrungen mit einer kurzen Nacht und ihren Auswirkungen auf unsere Leistungsfähigkeit am nächsten Tag gemacht. Der Drang zu schlafen kann so grundlegend wie der Drang zu atmen werden und die Konsequenzen nicht bzw. zu wenig zu schlafen, kann unter bestimmten Umständen zweifellos lebensbedrohlich werden. Die Folgen übermäßiger Tagesschläfrigkeit reichen von Konzentrationsschwäche bis zu Beeinträchtigungen alltäglicher Handlungen, wie beispielsweise das Auto fahren. Spätestens hier wird es lebensbedrohlich, wenn ein Unfall aufgrund eines so genannten Sekundenschlafs verursacht wurde. Um dies zu vermeiden greifen Betroffene nicht selten zu medikamentösen Mitteln, um sich dem unregelmäßigen Schlaf-Wach Rhythmus anzupassen. Zieht sich dieser Prozess über eine längere Zeit hinweg, so kann dies leicht zu chronischen Schlafstörungen führen: ein Teufelskreis. Herkömmliche Therapieverfahren, wie Schlaftabletten, haben zudem eine Reihe von Nebeneffekten (z.B. Tagesschläfrigkeit) und sind deshalb nicht für eine langfristige Anwendung zu empfehlen. Allerdings erfordern andere, nicht medikamentöse Verfahren (z.B. Entspannungstherapien), wie Kognitive Therapien und Verhaltensstrategien, meist langwierige und damit kostenintensive Sitzungen. Auf der Suche nach weiteren Alternativtherapien wurde die physische Aktivität als potentielle Strategie herangezogen. Eine Tätigkeit, die in der Vergangenheit bereits sehr häufig in Zusammenhang mit einem besseren Schlaf gebracht wurde. Allgemein betrachtet könnte physische Aktivität eine gesunde, sichere, günstige und einfache nicht-medikamentöse Interventionsalternative zur Verbesserung des Schlafs und zur Behandlung von Schlafstörungen sein. (vgl. Gebhart, 2006)

Weitere Forschungsgebiete

Dimensionen aufmerksamer Kontrolle: Zur Fokussierung spatialer, temporaler und perzeptualer Effekte (Hossner, Erlacher, Hegele, Ehrlenspiel).

  • Anhand des Golfputts wurde in einer Within-Design-Studie untersucht, welche Aufmerk-samkeitsinstruktion einen Einfluss auf die motorische Kontrolle nimmt.
  • funktionalen Bedeutung von Fokussierungen auszugehen, da die genannte Interaktion durch geeignete Versuchsbedingungen (angerollte Bälle, beschwerter Schläger)
  • Verschiedene Aufmerksamkeitslenkung zeigt sich auch bei minimalen Unterschieden bei dem Erlernen von Fingersequenz.

Einfluss von psychologischen Drucksituationen auf die motorische Ausführung. In einer Studie wurde eine einfache motorische Aufgabe mit hohen Zeit-und Präzisionsanforderungen unter psychologischem Druck ausgeführt werden (Ehrlenspiel, Erlacher, Oberländer).

In einer Literaturarbeit wird untersucht in wiefern die Hypnose für das Training im Sport An-wendung findet und welche Effekte sich durch diese Trainingsform erwarten lassen (Immenroth, Erlacher, Kohler)

Persönliche Werkzeuge
Andere Sprachen